Nach Bariloche ging es mit einem kurzen Zwischenstopp nochmal in Puerto Varas mit dem Flieger nach Puerto Natales, ca. 1300km weiter südlich im tiefsten Patagonien. Da mit ein paar Reisende gesagt haben da unten wären die Lebensmittel super teuer (weil nur Touristen da hin gehen und es so abgelegen wäre) habe ich mich noch in Puerto Varas mit Lebensmittel für meinen Trek eindecken wollen. Man braucht schließlich so einiges für 5 Tage Trekking und mir stand die erste Tour als Selbstversorger bevor. Leider habe ich im Supermarkt so lange gebraucht, dass ich meinen Bus zum Flughafen verpasst habe und mit dem Taxi fahren musste. Was mich mal grade so 20€ gekostet hat. Statt 1,5€ mit dem Bus. Und er Clou war am Ende, dass in Puerto Natales ein riesiger Supermarkt aufgemacht hat, wo ich die selben Sachen zum selben Preis bekommen hätte. Ohne Stress, Schlepperei und Bus verpassen. Naja, das sind so die kleinen Learnings die man macht.
Ich war abends um 20h in Puerto Natales und habe mich sofort über die Route, An- und Abfahrt usw. informiert, so dass ich am nächsten Tag gleich starten konnte. Zuvor allerdings noch bis ca. 1h Rucksack gepackt. Eine logistische Herausforderung alles so unterzubringen, dass es wind- und regengeschützt ist. Am Ende wog mein Rucksack knappe 20kg. Das ist echt schon schwer. Aber na gut, es hilft ja alles nix. Und so sieht das ganze vom Eingang des Nationalparks aus:
Tag 1: Junge, ist das anstrengend
Um 7:30h gings 2h mit dem Bus bis in den Nationalpark. Am Eingang fix den Eintritt (18000 Pesos) bezahlt und los gings. Sonnenschein, schöne Wege, alles perfekt. Nach 30min und vielleicht 2km war ich allerdings schon so fix und fertig, dass ich ziemlich unsicher war, ob ich die gesamte Strecke (immerhin 80km) wirklich durchhalten kann.
Drei Stunden später war ich im ersten Camp angekommen. Total fertig schnell das Zelt aufgebaut und erstmal 2h Siesta gemacht. Aber länger schlafen war nicht. Vom Zeltplatz gings nochmal 1h den Berg hoch zum Aussichtspunkt „las Torres“. Ziemlich anstrengend nochmal, aber es hat sich gelohnt:
Zum Abschluss des ersten Tages hatte ich dann noch eine Begegnung mit einem Puma. Super coole Sache. Die sind super scheu und ich hatte echt Glück. Ich saß in der Nähe des Campingplatzes um einen Blick auf die Torres del Paine bei Sonnenuntergang zu werfen. Da kam der Kollege einfach vorbeigelaufen, blieb so 10m von mir entfernt stehn, schaute mich fragend an und hat sich dann doch entschieden weiter zu laufen. Leider war ich nicht schnell genug meine Kamera zu zücken (wahrscheinlich hätte ich mir eh besser einen Stock zur Verteidigung gesucht), so dass es keine Bilder davon gibt.
Tag 2: lockere 23km
Nach einer sternenklaren aber bitterkalten Nacht bin ich richtig früh aufgewacht. An schlafen war auf Grund der Kälte nicht mehr wirklich zu denken. Also habe ich meine Sachen gepackt und bin los. Nach dem gestrigen Marsch war ich mir eh nicht sicher wie lange ich wirklich für die Strecke brauchen werde. Und so dachte ich, ich gehe lieber ein wenig früher los. An dem Tag habe ich so ziemlich alles erlebt was man an Wetter erleben kann. Regen, Hagel, Schnee, Sturm, Sonnenschein, einfach alles. Der Weg führte die meiste Zeit durch dichte Wälder oder am Waldrand mit Blick auf den See entlang. Superschön. Und erstaunlicherweise lief das Laufen wesentlich besser am Tag zuvor. Zum einen hatte ich schon den Rucksack um ca. 2kg erleichert (Essen und meine 1,5l Flasche Wasser habe ich nicht mehr befüllt), zum anderen hatte sich mein Körper wahrscheinlich damit abgefunden was tun zu müssen die nächsten Tage. Trinkwasser gabs direkt aus den kleinen Flüssen die vom Gletscher aus Richtung See führten. Hervorragend. Am Zeltplatz war ich dann der erste für den Tag und konnte mir meinen Platz aussuchen.
Tag 3: Entspannte Wanderung ohne Rucksack:
Am dritten Tag habe ich Zelt und meine ganzen Sachen auf dem Zeltplatz gelassen und bin vom Campamento Italiano durch das Valle del Frances zum Campamento Britanico gelaufen. Kleine Europatour also. Da ich wieder für wach war war ich der erste auf dem Weg nach oben. Insgesamt ca. 1000 Höhenmeter. Erschwert wurde das ganze durch heftigsten Wind (ich bin 2x tatsächlich von den Füßen geweht worden) und dem Schnee von letzter Nacht. Durch den Schnee konnte man den Trek nicht mehr wirklich erkennen. Ich musst mich an roten Punkten auf den Bäumen orientieren, was nicht immer wirklich einfach war. So habe ich mich das ein oder andere Mal im Kreis gedreht, es aber am Ende doch zum Aussichtspunkt geschafft. Sehr mystisch alles. Die Berge hinter Nebelbahnen verdeckt. Trotzdem wunderschön.
Auf dem Rückweg dann eine fabelhafte Aussicht auf den See:
Tag 4: Letzten Kräfte mobilisieren
Der 4. Tag war nochmal richtig lang. Nochmal ca. 23km bis zum nächsten Campingplatz. Es wären zwar auch noch andere Campingplätze als Zwischenstopp möglich gewesen aber die hätte man bezahlen müssen und das wollte ich möglichst vermeiden.
Das Wetter war wieder hervorragend so dass ich auch zum ersten Mal richtig sehen konnte, was gestern nur hinter den Nebelschwaden zu erahnen war. Dafür war es aber nochmal richtig richtig windig. Und die letzten 2km zum Campingplatz gings auch nochmal steil bergauf. Mit Abstand das schwierigste, steilste aber auch schönste Stück auf dem ganzen Trek. Der Campingplatz war direkt in der Nähe eines Gletschers mit einem super Aussichtspunkt:
Und einen hammerschönen Sonnenuntergang:
Tag 5: Zurück in die Zivilisation
Am 5. Tag ging es denselben Weg vom vierten Tag wieder zurück. Allerdings nur ca. 2/3 der Strecke. Von da dann aus mit dem Boot und Bus wieder zurück nach Puerto Natales. Endlich wieder in der Zivilisation. Die erste Dusche nach 5 Tage. Und zum ersten Mal wirklich raus aus den Trekkingklamotten. Fabelhaftes Gefühl. Die Mädels in der Wäscherei werden sich auch sehr über meine Wäsche gefreut haben.
Alles in allem ein super Trip, der richtig Spaß gemacht hat.
Allerdings tun mir auch heute, 2 Tage nach dem Trip, noch die Beine weh. Jetzt habe ich aber erstmal ein wenig Zeit zum erholen. Am Montag gehts dann weiter nach Buenos Aires.
Alle Bilder vom Trekking gibt es hier: Dropbox – Torres del Paine
Ich habe dieses mal auch ein kleines Video gemacht für alle englischsprachigen Leute die ich so auf der Reise oder davor kennengelernt habe.
Das Video findet ihr hier: https://www.facebook.com/video/video.php?v=203268126476136










Gude Jonas,
wünsche dir alles Gute zum Geburtstag! Verfolge regelmäßig deinen Blog, muss ja seine sehr spannende, coole Reise sein.
Weiterhin viel Spaß, lass was von die hören.
Grüße aus Crumscht,
Christoph