Gracias y adios america del sur

Nach 202 (davon max. 10 Regentage!!) Tagen in Südamerika heißt es morgen Abschied nehmen.  Es war eine geile Zeit in Südamerika.

Suedamerika-trip-2012-2013

Junge, was ich alles erlebt habe:

  • 25775 Kilometer in diversen Verkehrsmitteln zurückgelegt (plus etliche per Fuß)
  • In 47 verschiedenen Hostals geschlafen
    (davon durfte man in EINEM das Klopapier runterspülen, DANKE!)
  • 266 Stunden im Bus, 33 Stunden im Flieger, 4 im Auto und 3 auf der Fähre verbracht
  • Super viele nette Leute kennengelernt
  • Vorurteile abgebaut (Ja, es gibt nette Franzosen (manche sprechen sogar englisch!)
  • 7 Länder besucht (bleiben noch 6 Länder für eine Rückkehr)
  • Die meiste Zeit habe ich in Peru und Kolumbien verbracht (je 45 Tage), am kürzesten war·ich in Bolivien (10 Tage)
  • Gefühlte 200 Avocados gegessen
  • Einen 6000er bestiegen (Chachani, Peru)
  • Mir beim Klettern fast den Fuß gebrochen
  • 5 Tage im Torres del Paine Nationalpark getrekt
  • Geraftet (und gekentert)
  • Geparaglidet
  • Buckelwale beim Springen beobachtet
  • Zum Geldautomat getramt (und zurück)
  • Machu Picchu gesehen
  • Das neue Jahr am Strand begrüßt
  • Zum ersten Mal in meinem Leben geritten
  • Unterm besten Sternenhimmel der Welt geschlafen (Santa Cruz Trek)
  • Aus dem Fenster im 17. Stock eines Hotels gestiegen
  • Am teuersten war Chile, am günstigsten Bolivien
  • Durch Höhlen gerobbt
  • Nur 1x überfallen worden (Rio)
  • Argentinien Brasilien in Buenos Aires gesehen
  • 4 Sonnenbrillen verschliessen (2x verloren, 1x verkauft, 1x geklaut bekommen)
  • 5 Wochen Spanischkurse gehabt. Si, hablo espanol.
  • 60km Downhill Biking auf der Death Road überlebt
  • Christo Statue und Zuckerhut in Rio de Janeiro bestiegen
  • Fitz Roy gesehen
  • Die unglaublichen Wassermassen der Iguazu Wasserfälle bewundert
  • Am Mittelpunkt der Erde gestanden
  • Sinnlosester Gegenstand den ich dabei hatte: Haargel
  • Surfen gelernt
  • 19 Tage in den schönsten Landschaften gewandert
  • Die schönsten Strände in Brasilien gesehen
  • Den besten Ausblick der Welt in Bariloche genossen
  • Che Guevara Museum in Alta Gracia besucht
  • Eine Weintour in Mendoza gemacht
  • Die unglaublichen, wunderschönen Attraktionen der Uyuni Salzwüste bestaunt
  • Die Lokilympics in Mancora gewonnen

Danke Südamerika!

Torres del Paine – „W“-Trek

Nach Bariloche ging es mit einem kurzen Zwischenstopp nochmal in Puerto Varas mit dem Flieger nach Puerto Natales, ca. 1300km weiter südlich im tiefsten Patagonien. Da mit ein paar Reisende gesagt haben da unten wären die Lebensmittel super teuer (weil nur Touristen da hin gehen und es so abgelegen wäre) habe ich mich noch in Puerto Varas mit Lebensmittel für meinen Trek eindecken wollen. Man braucht schließlich so einiges für 5 Tage Trekking und mir stand die erste Tour als Selbstversorger bevor. Leider habe ich im Supermarkt so lange gebraucht, dass ich meinen Bus zum Flughafen verpasst habe und mit dem Taxi fahren musste. Was mich mal grade so 20€ gekostet hat. Statt 1,5€ mit dem Bus. Und er Clou war am Ende, dass in Puerto Natales ein riesiger Supermarkt aufgemacht hat, wo ich die selben Sachen zum selben Preis bekommen hätte. Ohne Stress, Schlepperei und Bus verpassen. Naja, das sind so die kleinen Learnings die man macht.

Ich war abends um 20h in Puerto Natales und habe mich sofort über die Route, An- und Abfahrt usw. informiert, so dass ich am nächsten Tag gleich starten konnte. Zuvor allerdings noch bis ca. 1h Rucksack gepackt. Eine logistische Herausforderung alles so unterzubringen, dass es wind- und regengeschützt ist. Am Ende wog mein Rucksack knappe 20kg. Das ist echt schon schwer. Aber na gut, es hilft ja alles nix. Und so sieht das ganze vom Eingang des Nationalparks aus:

Panorama Torres del Paine vom Eingang des Nationalparks aus

Tag 1: Junge, ist das anstrengend
Um 7:30h gings 2h mit dem Bus bis in den Nationalpark. Am Eingang fix den Eintritt (18000 Pesos) bezahlt und los gings. Sonnenschein, schöne Wege, alles perfekt. Nach 30min und vielleicht 2km war ich allerdings schon so fix und fertig, dass ich ziemlich unsicher war, ob ich die gesamte Strecke (immerhin 80km) wirklich durchhalten kann.

Drei Stunden später war ich im ersten Camp angekommen. Total fertig schnell das Zelt aufgebaut und erstmal 2h Siesta gemacht. Aber länger schlafen war nicht. Vom Zeltplatz gings nochmal 1h den Berg hoch zum Aussichtspunkt „las Torres“. Ziemlich anstrengend nochmal, aber es hat sich gelohnt:

Zum Abschluss des ersten Tages hatte ich dann noch eine Begegnung mit einem Puma. Super coole Sache. Die sind super scheu und ich hatte echt Glück. Ich saß in der Nähe des Campingplatzes um einen Blick auf die Torres del Paine bei Sonnenuntergang zu werfen. Da kam der Kollege einfach vorbeigelaufen, blieb so 10m von mir entfernt stehn, schaute mich fragend an und hat sich dann doch entschieden weiter zu laufen. Leider war ich nicht schnell genug meine Kamera zu zücken (wahrscheinlich hätte ich mir eh besser einen Stock zur Verteidigung gesucht), so dass es keine Bilder davon gibt.

Tag 2: lockere 23km
Nach einer sternenklaren aber bitterkalten Nacht bin ich richtig früh aufgewacht. An schlafen war auf Grund der Kälte nicht mehr wirklich zu denken. Also habe ich meine Sachen gepackt und bin los. Nach dem gestrigen Marsch war ich mir eh nicht sicher wie lange ich wirklich für die Strecke brauchen werde. Und so dachte ich, ich gehe lieber ein wenig früher los. An dem Tag habe ich so ziemlich alles erlebt was man an Wetter erleben kann. Regen, Hagel, Schnee, Sturm, Sonnenschein, einfach alles. Der Weg führte die meiste Zeit durch dichte Wälder oder am Waldrand mit Blick auf den See entlang. Superschön. Und erstaunlicherweise lief das Laufen wesentlich besser am Tag zuvor. Zum einen hatte ich schon den Rucksack um ca. 2kg erleichert (Essen und meine 1,5l Flasche Wasser habe ich nicht mehr befüllt), zum anderen hatte sich mein Körper wahrscheinlich damit abgefunden was tun zu müssen die nächsten Tage. Trinkwasser gabs direkt aus den kleinen Flüssen die vom Gletscher aus Richtung See führten. Hervorragend. Am Zeltplatz war ich dann der erste für den Tag und konnte mir meinen Platz aussuchen.

Tag 3: Entspannte Wanderung ohne Rucksack:
Am dritten Tag habe ich Zelt und meine ganzen Sachen auf dem Zeltplatz gelassen und bin vom Campamento Italiano durch das Valle del Frances zum Campamento Britanico gelaufen. Kleine Europatour also. Da ich wieder für wach war war ich der erste auf dem Weg nach oben. Insgesamt ca. 1000 Höhenmeter. Erschwert wurde das ganze durch heftigsten Wind (ich bin 2x tatsächlich von den Füßen geweht worden) und dem Schnee von letzter Nacht. Durch den Schnee konnte man den Trek nicht mehr wirklich erkennen. Ich musst mich an roten Punkten auf den Bäumen orientieren, was nicht immer wirklich einfach war. So habe ich mich das ein oder andere Mal im Kreis gedreht, es aber am Ende doch zum Aussichtspunkt geschafft. Sehr mystisch alles. Die Berge hinter Nebelbahnen verdeckt. Trotzdem wunderschön.

Auf dem Rückweg dann eine fabelhafte Aussicht auf den See:

Tag 4: Letzten Kräfte mobilisieren
Der 4. Tag war nochmal richtig lang. Nochmal ca. 23km bis zum nächsten Campingplatz. Es wären zwar auch noch andere Campingplätze als Zwischenstopp möglich gewesen aber die hätte man bezahlen müssen und das wollte ich möglichst vermeiden.
Das Wetter war wieder hervorragend so dass ich auch zum ersten Mal richtig sehen konnte, was gestern nur hinter den Nebelschwaden zu erahnen war. Dafür war es aber nochmal richtig richtig windig. Und die letzten 2km zum Campingplatz gings auch nochmal steil bergauf. Mit Abstand das schwierigste, steilste aber auch schönste Stück auf dem ganzen Trek. Der Campingplatz war direkt in der Nähe eines Gletschers mit einem super Aussichtspunkt:

Und einen hammerschönen Sonnenuntergang:

Tag 5: Zurück in die Zivilisation
Am 5. Tag ging es denselben Weg vom vierten Tag wieder zurück. Allerdings nur ca. 2/3 der Strecke. Von da dann aus mit dem Boot und Bus wieder zurück nach Puerto Natales. Endlich wieder in der Zivilisation. Die erste Dusche nach 5 Tage. Und zum ersten Mal wirklich raus aus den Trekkingklamotten. Fabelhaftes Gefühl. Die Mädels in der Wäscherei werden sich auch sehr über meine Wäsche gefreut haben.
Alles in allem ein super Trip, der richtig Spaß gemacht hat.
Allerdings tun mir auch heute, 2 Tage nach dem Trip, noch die Beine weh. Jetzt habe ich aber erstmal ein wenig Zeit zum erholen. Am Montag gehts dann weiter nach Buenos Aires.

Alle Bilder vom Trekking gibt es hier: Dropbox – Torres del Paine
Ich habe dieses mal auch ein kleines Video gemacht für alle englischsprachigen Leute die ich so auf der Reise oder davor kennengelernt habe.
Das Video findet ihr hier: https://www.facebook.com/video/video.php?v=203268126476136

Von Cordoba nach Valparaiso

Kurzes Update und ein paar Bilder aus Cordoba, Mendoza und Valparaiso

Die Schmach von Cordoba
Cordoba war wieder einmal eine „nette“ Stadt. Nichts weltbewegendes aber viele alte Kolonialgebäude, alle sehr entspannt und auch das Hostal war sehr entspannt mit coolen Leuten. Leider habe ich meine Gewürzsammlung dort vergessen (das schmerzt sehr!!). VOn daher ein leicht negativer Eindruck. Das Stadion habe ich mir aus naheliegenden Gründen nicht angeschaut.

Von Cordoba aus habe ich einen Tagesausflug nach Alta Gracia gemacht. Dem Ort, in dem Che Guevara aufgewachsen ist, was mit einem kleinen Museum gewürdigt wird. Erst waren mir 15€ Eintritt zuviel, als die netten Damen mich dann als Student für 8€ durchgewunken haben, bin ich dann doch rein. Und ich habe es nicht bereut. Super interessant das ganze Leben von Che Guevara zu sehen. Besonders inspirierend waren die Briefe, die Che an bspw. Fidel Castro oder seiner Familie geschrieben hat. Voller Leidenschaft und dem absoluten Willen für die Unterdrückten zu kämpfen. Sehr beeindrucken. Schön waren auch ein paar Bilder aus dem Familienalbum. Man kennt Che ja eigentlich immer nur in Kampfuniform.

Weintour in Mendoza
In Mendoza kann man eigentlich außer weintrinken, Steak essen und im Park abhängen nicht viel machen. Was ich dann natürlich auch gemacht habe. Eine Bike- / Weintour durch die verschiedenen Weingüter (selbstverständlich mit Verköstigung!!). Abends dann erst all you can eat Grillbüffett und dann noch bis 5h morgens feiern. Um 5h fängt zwar hier die Party eigentlich erst an, ich war aber vom vielen Wein bereits so geschädigt, dass ich dann nach Hause bin. Und den nächsten Tag dann abhängen im (zugegebenermaßen sehr schönen) Park. Auch Mendoza ist eine sehr schöne Stadt mit breiten Alleen.

Und dann am nächsten Morgen mit dem Bus über die Anden. Super Landschaft, sehr schön anzusehen.

Valparaiso
Valparaiso ist eine weitere sehr schöne Stadt. Direkt am Meer gelegen und trotzdem ziemlich hügelig. Der deutsche Einfluss ist doch ziemlich deutlich zu erkennen (unter anderem an den Feuerwehrautos). Mit vielen kleinen Seilbahnen um den faulen Chilenen das Treppensteigen zu ersparen. Jetzt gehts gleich weiter nach Santiago. Das ist dann erstmal die letzte Stadt (Ich habe jetzt grade echt genug von Städten). Danach gehts ab in die Natur. Trekking in Puerto Varas (Chile), Bariloche (Arg), El Chalten (Arg) und Torres del Paine (Chile). Und dann ans Ende der Welt. Aber dazu später mehr.

Hier gibts weitere Bilder:
– Cordoba
– Alta Gracia
– Mendoza
– Andenüberquerung
– Valparaiso

Länderhopping deluxe

Mit einem kurzen Abstecher nach Chile bin ich inzwischen in Argentinien gelandet. Genauer gesagt in Cafayate. Zunächst gings aber mal von La Paz nach Uyuni, dem Ausgangspunkt für die Salzwüstentour.

Unendliche Weiten in der Salzwüste
3 Tage Salzwüste „Salar de Uyuni“. Mit dabei waren drei Irinnen, ein Australier, ein Ösi und unser bolivianischer Führer Diego. Diego war allerdings sehr wortkarg. Außer „okay amigos“ ist mir nix in Erinnerung geblieben. Krass wieviele unterschiedliche Landschaften, Sehenwürdigkeiten man in kürzester Zeit und auf engstem Raum erleben kann. Der Trip war auf jeden Fall was besonderes, ein Highlight der Reise bisher. Ein Zugfriedhof, eine überirdische Koralleninsel,, die scheinbar unendlichen Weiten der Salzwüste, Geysire, verschiedenfarbige Lagunen, etliche Vulkane, witzige Tiere, Sandgesteinwelten,… Hier mal ein paar Bilder. Mehr gibts hier: Dropbox – Salt Flats Tour.

San Pedro de Atacama und Luna Valley
Am dritten Tag sind wir dann in San Pedro de Atacama, Chile angekommen. Unglaublich wie viel weiter entwickelt Chile gegenüber Bolivien ist. Wäre es nicht super warm gewesen und die Sonne hätte nicht geschienen, hätte man fast meinen können man wäre in Deutschland. Nothaltebuchten für LKWs, Geteerte Straßen,… Krasses Kontrastprogramm zu Bolivien.

In San Pedro haben wir (die drei Irinnen und ich) ziemlich gechillt. Witzig ist, dass in San Pedro nach 1h nur in Bars / Clubs gefeiert werden darf, die von Bewohner San Pedros betrieben werden. So ging um 1h plötzlich die Musik aus und alle mussten sich an die Tische setzen. Minuten später kam dann die Polizei rein um zu schauen ob denn in der Bar gediegen gegessen oder vielleicht doch gefeiert wird. Obwohl wir unser bestes gegeben hatten gesittet auszusehen wurde der Laden für den Abend dicht gemacht.
Eine super Tour haben wir noch per Fahrrad gemacht. Valle de la Luna war wirklich einen Ausflug wert. Auch wenn die Bikes eher mittelmäßig waren und nicht wirklich vertrauenserweckend hatten wir doch einen Heidenspaß. Biken, durch Höhlen krabbeln, kleines Picknick und dann wieder bergab nach San Pedro de Atacama. Sehr cool.

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Weiter nach Argentinien
Das dritte Land in 3 Tagen. So wird der Reisepass ruckzuck voll. Nach 10h Fahrt sind wir gegen Abend in Salta angekommen. Nachtbus wäre mir zwar eigentlich lieber gewesen aber so konnten wir uns die wunderschöne Landschaft im Nordwesten Argentiniens anschauen. Auch nicht schlecht.
Salta könnte auch wirklich in Europa liegen. Dort habe ich mich zunächst mal im riesigen Supermarkt mit allem eingedeckt, was ich die letzte Zeit nicht wirklich hatte. Schokolade, Eiscreme, lecker Gemüse,… Eine neue Sonnenbrille habe ich mir auch noch zugelegt.

Sonst gibts in Salta nicht so sonderlich viel zu tun. Die Stadt ist zwar sehr nett und schön, aber nicht besonders aufregend. Von daher gleich am zweiten Tag mit dem Mietwagen weiter nach Cafayate.

Cafayate
Der Weg von Salta nach Cafayate gilt als die schönste Route in Südamerika. Und es war wirklich atemberaubend. Alle 2min will man am liebsten Anhalten und sich die Gegend anschauen. Einen kleinen Abstecher nach Deutschland haben wir auch gemacht. Lag sozusagen auf dem Weg. Hier ein paar Bilder:

Cafayate selbst ist das Weinzentrum im Nordwesten Argentiniens. Dementsprechend haben wir erstmal eine kleine Weinprobe veranstaltet. In 5 Bodegas haben wir uns verköstigen lassen. Abschließend dann noch in eine Käsefabrik. So saßen wir dann im Garten mit einer Flasche Wein und lecker Käse. Einfach nur gut. Mein Highlight war noch, dass ich einem schmierigen Touristenabzocker meine alte schäbige Sonnenbrille, die ich für 10€ in Arequipa gekauft hatte noch für knapp 20€ vertickt habe. „Na klar ist die Original. Die habe ich in London gekauft“. Ich glaube das ist das erst mal, dass ich die verarscht habe.

Über Tafi de Valle bin ich nun in Tucuman gelandet. Heute werde ich mir die Stadt hier anschauen und heute Nacht gehts dann mit dem Bus weiter nach Cordoba. Da bin ich schon mal sehr gespannt drauf. Habe viele gute Sachen über Cordoba gehört.