Von Umwegen, Pferden, Höhlen und Schluchten

Letzten Donnerstag Abend wollte ich eigentlich mit dem Nachtbus nach Bogotá fahren. Leider waren die Busse komplett voll da die Urlaubssaison in Kolumbien sich dem Ende zuneigt. Also bin ich schnell ins Internet und habe mir eine Alternative für die Nacht rausgesucht. Ecoparque Penas Blancas. Ich denke noch „hört sich super an“. Absolute Ruhe, super Küche,  super Klettergebiet und das ganze auch noch günstig. Nur die Anreise gestaltet sich ein wenig schwierig, aber hey, wo ist sonst das Abenteuer. Das Abenteuer sah dann so aus, dass ich erst mit 2 verschiedenen Bussen und einem Jeep in den schönen Ort La Virgina gefahren bin. Von da an hies es wandern. Vollgepackt mit beiden Rucksäcken gings steil bergauf. Nach 15min habe ich einen Einheimischen gefragt wie lange es denn noch sei bis zum Ecoparque. 1,5h meinte der gute Mann und es gäbe wirklich hervorragendes vegetarisches Essen da oben. Super denke ich. Und die kolumbianischen Laufgeschwindigkeit kenne ich inzwischen auch. Sprich in 15min bin ich wahrscheinlich da.

Und tatsächlich. 2min später ein Hinweis: Ecoparque 700m. Ausgezeichnet! Nur leider ging es so dermaßen steil bergauf, dass ich mindestens 4x halt machen musste, den Rucksack absetzen und mich 5min ausruhen musste. Nach geschlagen 60min war ich dann doch oben. Ich wurde mit einem super Ausblick auf Armenia belohnt und einem verschlossenen Tor inkl. Rezeptionshäuschen was mit Sicherheit schon seit einem Jahr verlassen ist. Da musste ich dann doch laut lachen.

Premieren, Premieren, Premieren
In den letzten Tagen habe ich gleich drei Sachen gemacht die ich schon immer mal machen wollte aber es irgendwie bisher nicht hingehauen hat.

Horseriding in Salteno
An meinem letzten Tag in Salento habe ich mich kurzfristig entschlossen zusammen mit Anne, einem Mädel aus Neuseeland, zum Reiten zu gehen. Da ich noch nie auf einem Pferd gesessen habe und meine einzige Erfahrung mit Pferden eher schmerzhaft war (beim Füttern mit einer Karotte hat das Pferd mir fast die Hand abgebissen) hatte ich gehörigen Respekt.
Zum Glück war mein Pferd super gut trainiert und hat mich nicht runtergeschmissen. Dafür hatte ich so einige Probleme es vom fressen abzuhalten und auf dem Weg zu bleiben. Wir sind zunächst über ein paar Feldwege bevor wir dann Querfeldein durch die Wildnis Salentos geritten sind. Ich glaube ich habe mich nicht ganz dumm angestellt. Sogar Galopp ging am Ende. Auch wenn eher unfreiwillig da das Pferd schneller und langsamer gelaufen ist wie es grade Lust hatte.

Caving & Canyoning in San Gil
San Gil ist die selbsternannte Adventure-Hauptstadt Kolumbiens. Und es gibt wirklich fast nichts, was man hier nicht machen könnte. Raftig, Bungee Jumping, Paragliding, Canyoning, Caving, Biking, Kayaking,… Natürlich konnte ich mir das ein oder andere nicht ergehen lassen. So habe ich direkt am zweiten Tag in San Gil eine Kombitour Canyoning und Caving gemacht. Beim Canyoning läuft man durch Bachläufe, springt durch Wasserfälle, seilt sich von Überhängen ab usw. Beim Caving gehts gebückt, auf Knie, auf dem Bauch oder dem Rücken durch dunkle Höhlen. Nur mit einer Stirnlampe bewaffnet. Direkt am Anfang musste ich durch einen richtig engen Durchgang robben. Links und recht stößt man an die Wände, über einem die Decke, unter einem der matschige Boden. Das ist echt nix für Leute mit Platzangst. An einer anderen Stelle haben wir dann die Lampen ausgemacht und nur wenige Sekunden später schwirrten Fledermäuse um uns rum. Eine krasse Erfahrung. Nach ca. 2h endlich wieder Sonnenlicht und der Canyoning Teil konnte beginnen. Wir sind noch ca. 2h durch leider fast komplett ausgetrocknete Bachläufe gewandert, sind aus knapp 10m in Wasserlöcher gesprungen und haben uns 2x aus ca. 15m abgeseilt. Super cool, ein Hammertrip. Leider habe ich noch keine Fotos vom Caving bekommen, aber hier schon mal ein paar Bilder vom Canyoning.

Paragliding mit einem Weltmeisterschaftsteilnehmer
Wenn man schon mal die Chance hat mit einem Weltmeisterschaftsteilnehmer im Paragliding zu fliegen sollte man das machen dachte ich mir. Und so habe ich die 25€ investiert und war 15 – 20min in der Luft. Super geile Sache. Wir sind Spins geflogen, die Aussicht war super und der Typ war auch locker drauf. Leider kann man mich nicht wirklich erkennen auf den Bildern:

Und hier das Video dazu. Crazy: