Besuch bei Fitz Roy

Mit ein wenig Verspätung folgen in den nächsten Tagen die Berichte aus El Chalten, Buenos Aires und Iguazu. Hier schon mal der Bericht aus El Chalten.

Nach meinem Hammertrip in Torres del Paines hatte ich mal wieder Lust auf Argentinien. Und so fuhr ich mit dem Bus nach El Calafate. Ich glaube die Hälfte meines Reisepasses ist inzwischen mit Stempeln aus Argentinien und Chile zugepflastert, aber gut, zurück zum Thema.

In El Calafate kann man einen von weltweit zwei noch wachsenden Gletschern besuchen. Da ich aber schon einen Gletscher während meiner Trekkingtour in Chile gesehen habe und der Periot Moreno auf den Bildern genau so aussah, habe ich darauf verzichtet. Auch weil der Spaß wieder mindestens 50€ gekostet hätte bzw. mindestens 100€ wenn ich auch noch über den Gletscher hätte laufen wollen oder mit einem Boot näher ranfahren wollen.

Stattdessen bin ich am nächsten Tag weiter nach El Chalten gefahren. El Chalten ist eine kleines Dorf, das es erst seit 20 Jahren oder so gibt. Laut Reiseführer hat Argentinien das Dorf aus dem Boden gestampft um eine Grenzstreitigkeit mit Chile auf diese Art zu „lösen“. Außer Trekking und Klettern (dazu später mehr) kann man in El Chalten nicht viel machen. Das allerdings sehr gut.

Die Treks waren auch wieder super schön und das Fitz Roy massiv ist schon beeindruckend. Irgendwie war ich aber wahrscheinlich noch von den Eindrücken in Chile überwältigt, so dass ich es zwar schön aber nicht irgendwie besonders fand. Nachdem ich mir aber die Bilder nochmal angeschaut habe ist es doch ziemlich hammermäßig:

Am letzten Tag war ich dann mit Cullam, einem Neuseeländer dem ich im Bus nach El Calafate getroffen habe, noch klettern. Cullam ist leidenschaftlicher Kletterer und hat mich und Lisa, eine Holländerin aus Utrecht zu einer kleinen Übungsstunde mitgenommen. Das Klettern hat Riesenspaß gemacht und ist mit Sicherheit etwas, was ich wieder machen werde. Leider hat um so länger es dauert meine Kraft nachgelassen und mein Mut zugenommmen so dass ich mit müden Armen dachte ich könnte den Gipfel (auf 4m oder so) noch erreichen. Dem war wohl nicht mehr so und ich bin mehr oder weniger kontrolliert abgestiegen. Das letzte Stück habe ich mich dann fallen lassen. Leider war der Boden nicht eben sondern ich bin auf einem kleinen Felsen gelandet. Resultat war eine super dicke Fußsohle, die mich die nächsten Tage am normalen laufen hinderte.

Alle Bilder wie immer auf der Dropbox:
https://www.dropbox.com/sh/ilqcc62fcfr2by4/kNNYOY9Xni/S%C3%BCdamerika/Argentinien/09%20-%20El%20Chalten

Torres del Paine – „W“-Trek

Nach Bariloche ging es mit einem kurzen Zwischenstopp nochmal in Puerto Varas mit dem Flieger nach Puerto Natales, ca. 1300km weiter südlich im tiefsten Patagonien. Da mit ein paar Reisende gesagt haben da unten wären die Lebensmittel super teuer (weil nur Touristen da hin gehen und es so abgelegen wäre) habe ich mich noch in Puerto Varas mit Lebensmittel für meinen Trek eindecken wollen. Man braucht schließlich so einiges für 5 Tage Trekking und mir stand die erste Tour als Selbstversorger bevor. Leider habe ich im Supermarkt so lange gebraucht, dass ich meinen Bus zum Flughafen verpasst habe und mit dem Taxi fahren musste. Was mich mal grade so 20€ gekostet hat. Statt 1,5€ mit dem Bus. Und er Clou war am Ende, dass in Puerto Natales ein riesiger Supermarkt aufgemacht hat, wo ich die selben Sachen zum selben Preis bekommen hätte. Ohne Stress, Schlepperei und Bus verpassen. Naja, das sind so die kleinen Learnings die man macht.

Ich war abends um 20h in Puerto Natales und habe mich sofort über die Route, An- und Abfahrt usw. informiert, so dass ich am nächsten Tag gleich starten konnte. Zuvor allerdings noch bis ca. 1h Rucksack gepackt. Eine logistische Herausforderung alles so unterzubringen, dass es wind- und regengeschützt ist. Am Ende wog mein Rucksack knappe 20kg. Das ist echt schon schwer. Aber na gut, es hilft ja alles nix. Und so sieht das ganze vom Eingang des Nationalparks aus:

Panorama Torres del Paine vom Eingang des Nationalparks aus

Tag 1: Junge, ist das anstrengend
Um 7:30h gings 2h mit dem Bus bis in den Nationalpark. Am Eingang fix den Eintritt (18000 Pesos) bezahlt und los gings. Sonnenschein, schöne Wege, alles perfekt. Nach 30min und vielleicht 2km war ich allerdings schon so fix und fertig, dass ich ziemlich unsicher war, ob ich die gesamte Strecke (immerhin 80km) wirklich durchhalten kann.

Drei Stunden später war ich im ersten Camp angekommen. Total fertig schnell das Zelt aufgebaut und erstmal 2h Siesta gemacht. Aber länger schlafen war nicht. Vom Zeltplatz gings nochmal 1h den Berg hoch zum Aussichtspunkt „las Torres“. Ziemlich anstrengend nochmal, aber es hat sich gelohnt:

Zum Abschluss des ersten Tages hatte ich dann noch eine Begegnung mit einem Puma. Super coole Sache. Die sind super scheu und ich hatte echt Glück. Ich saß in der Nähe des Campingplatzes um einen Blick auf die Torres del Paine bei Sonnenuntergang zu werfen. Da kam der Kollege einfach vorbeigelaufen, blieb so 10m von mir entfernt stehn, schaute mich fragend an und hat sich dann doch entschieden weiter zu laufen. Leider war ich nicht schnell genug meine Kamera zu zücken (wahrscheinlich hätte ich mir eh besser einen Stock zur Verteidigung gesucht), so dass es keine Bilder davon gibt.

Tag 2: lockere 23km
Nach einer sternenklaren aber bitterkalten Nacht bin ich richtig früh aufgewacht. An schlafen war auf Grund der Kälte nicht mehr wirklich zu denken. Also habe ich meine Sachen gepackt und bin los. Nach dem gestrigen Marsch war ich mir eh nicht sicher wie lange ich wirklich für die Strecke brauchen werde. Und so dachte ich, ich gehe lieber ein wenig früher los. An dem Tag habe ich so ziemlich alles erlebt was man an Wetter erleben kann. Regen, Hagel, Schnee, Sturm, Sonnenschein, einfach alles. Der Weg führte die meiste Zeit durch dichte Wälder oder am Waldrand mit Blick auf den See entlang. Superschön. Und erstaunlicherweise lief das Laufen wesentlich besser am Tag zuvor. Zum einen hatte ich schon den Rucksack um ca. 2kg erleichert (Essen und meine 1,5l Flasche Wasser habe ich nicht mehr befüllt), zum anderen hatte sich mein Körper wahrscheinlich damit abgefunden was tun zu müssen die nächsten Tage. Trinkwasser gabs direkt aus den kleinen Flüssen die vom Gletscher aus Richtung See führten. Hervorragend. Am Zeltplatz war ich dann der erste für den Tag und konnte mir meinen Platz aussuchen.

Tag 3: Entspannte Wanderung ohne Rucksack:
Am dritten Tag habe ich Zelt und meine ganzen Sachen auf dem Zeltplatz gelassen und bin vom Campamento Italiano durch das Valle del Frances zum Campamento Britanico gelaufen. Kleine Europatour also. Da ich wieder für wach war war ich der erste auf dem Weg nach oben. Insgesamt ca. 1000 Höhenmeter. Erschwert wurde das ganze durch heftigsten Wind (ich bin 2x tatsächlich von den Füßen geweht worden) und dem Schnee von letzter Nacht. Durch den Schnee konnte man den Trek nicht mehr wirklich erkennen. Ich musst mich an roten Punkten auf den Bäumen orientieren, was nicht immer wirklich einfach war. So habe ich mich das ein oder andere Mal im Kreis gedreht, es aber am Ende doch zum Aussichtspunkt geschafft. Sehr mystisch alles. Die Berge hinter Nebelbahnen verdeckt. Trotzdem wunderschön.

Auf dem Rückweg dann eine fabelhafte Aussicht auf den See:

Tag 4: Letzten Kräfte mobilisieren
Der 4. Tag war nochmal richtig lang. Nochmal ca. 23km bis zum nächsten Campingplatz. Es wären zwar auch noch andere Campingplätze als Zwischenstopp möglich gewesen aber die hätte man bezahlen müssen und das wollte ich möglichst vermeiden.
Das Wetter war wieder hervorragend so dass ich auch zum ersten Mal richtig sehen konnte, was gestern nur hinter den Nebelschwaden zu erahnen war. Dafür war es aber nochmal richtig richtig windig. Und die letzten 2km zum Campingplatz gings auch nochmal steil bergauf. Mit Abstand das schwierigste, steilste aber auch schönste Stück auf dem ganzen Trek. Der Campingplatz war direkt in der Nähe eines Gletschers mit einem super Aussichtspunkt:

Und einen hammerschönen Sonnenuntergang:

Tag 5: Zurück in die Zivilisation
Am 5. Tag ging es denselben Weg vom vierten Tag wieder zurück. Allerdings nur ca. 2/3 der Strecke. Von da dann aus mit dem Boot und Bus wieder zurück nach Puerto Natales. Endlich wieder in der Zivilisation. Die erste Dusche nach 5 Tage. Und zum ersten Mal wirklich raus aus den Trekkingklamotten. Fabelhaftes Gefühl. Die Mädels in der Wäscherei werden sich auch sehr über meine Wäsche gefreut haben.
Alles in allem ein super Trip, der richtig Spaß gemacht hat.
Allerdings tun mir auch heute, 2 Tage nach dem Trip, noch die Beine weh. Jetzt habe ich aber erstmal ein wenig Zeit zum erholen. Am Montag gehts dann weiter nach Buenos Aires.

Alle Bilder vom Trekking gibt es hier: Dropbox – Torres del Paine
Ich habe dieses mal auch ein kleines Video gemacht für alle englischsprachigen Leute die ich so auf der Reise oder davor kennengelernt habe.
Das Video findet ihr hier: https://www.facebook.com/video/video.php?v=203268126476136

Ab in die Seenlandschaft!

Seit meinem letzten Bericht habe ich einiges erlebt. Von Santiago aus ging es mit dem Nachtbus (übertrieben teuer, 50€ oder so weil ich super spät erst gebucht habe) nach Puerto Varas. Nettes kleines Städtchen mit einem großen Anteil deutschstämmiger Bevölkerung. Überall sieht man hier Sachen, die einen an Deutschland erinnern. Sei es der Deutsch / Chilenische Verein, deutsche Lebensmittel (lecker Schokolade) oder Feuerwehrautos auf denen auch wirklich „Feuerwehr“ steht. Ich war in einem super netten Hostal namens „Compass del Sur“ mit einem schönen Kamin im Wohnzimmer. Sehr relaxt.

Von Puerto Varas bin ich dann für 4 Tage nach Bariloche auf die argentinische Seite der Seenlandschaft gefahren. Unglaublich schöne Landschaft da. Ich war einen Tag biken auf dem Circuito Chico und habe mich mit Rafa getroffen. Einem Uruguayer, den ich in Peru kennengelernt hatte. Gemeinsam haben wir dann noch einen 2-Tagestrek zum Refugio Grey gemacht. Alles sehr schön. Hier mal die Highlights:

Weitere Bilder wie immer hier: Dropbox – Bariloche