Freitag, 6:12h:
Doch wie immer erst die Arbeit, dann das Vergnügen.
Tag 1, Montag 03.09., 4h:
Der Wecker klingelt mal wieder um 4h morgens. Die Sachen habe ich Gott sei Dank schon am Abend gepackt. Schnell Zähne putzen und um 4:30h steht der Guide vor der Tür und holt uns für die 4h Fahrt nach Mollepata, dem Ausgangspunkt des Salkantay Treks, ab. Schweinekalt ist es und da ich nur sehr schlecht im Bus schlafen kann bin ich ruckzuck der einzige der in dem überfüllten Bus (unser Koch schlummert friedlich auf meinem Knie) noch wach ist. Das Frühstück lasse ich ausfallen, stattdessen gibt es für mich Müsliriegel. Dann gehts auch schon wieder los. 21,2km und ca. 800 Höhenmeter stehen auf dem Programm. Lockeres Aufwärmen sozusagen. Es geht die meiste Zeit an einer Dirtroad entlang. Ergänzt von kleinen steilen Passagen durch die Wildnis. Nach ca. 3h bekomme ich Unterstützung von einem der vielen wilden Hunde.
Pflichtbewusst begleitet er mich (immer ein paar Schritte vor mir) bis zum Verpflegungszelt – Mittagessen!! Ich weiß nicht mehr was es gab, generell besteht die Verpflegung allerdings aus Reis mit Fleisch und Pasta mit nicht ganz so leckerer Soße. Trotzdem stürze ich mich gierig auf das Essen. Schließlich stehen weitere 4h auf dem Programm.
Im Camp angekommen gibts erstmal Tee und Popcorn. Dicht gefolgt vom Abendessen (Reis, Pasta) und einem unglaublichem Sternenhimmel. Sowas habe ich wirklich noch nicht gesehen. Würde gerne ein Foto posten, irgendwie habe ich da aber wohl nicht die richtige Kamera für. Es war auf jeden Fall der Hammer. Soviele Sterne, der ganze Himmel war hell.
2. Tag:
Um 5:30h steht der Guide mit einem heißen Coca-Tee am Zelteingang. Das nenne ich Service. Aufstehen, Sachen packen, frühstücken (Brötchen mit Marmelade) und Zähne putzen. Dann gehts wieder auf die Piste. Der zweite Tag ist traditionell der schwierigste. Es sind zwar nur knapp 600 Höhenmeter und 20,8km, allerdings geht es die ersten 4h bis zum Salkantay-Pass 2km nur steil bergauf. Danach dann noch 18km bergab. Schöne Grüße an die Knie. Der Pass war auch sehr spektakulär. Oben angekommen war ich schon ein wenig enttäuscht. Das Panorama komplett vom Nebel verdeckt. Und unser Guide meinte die Chancen ein gutes Panorama zu sehen sind extrem gering. Keine 2min später dann aber das hier:
Die Belohnung für 4h Strapazen. Zu dem Zeitpunkt wusste ich noch nicht wie anstrengend das Bergablaufen ist. Der Weg besteht hauptsächlich aus Sand und losen Steinen. Da muss man bei jedem Tritt aufpassen. Aber auch das war machbar. Gegen 16h waren wir dann im 2. Camp. Erschöpft vom Tag bin ich richtig früh eingeschlafen.
Tag 3:
Verschnaufpause am dritten Tag. Es geht ziemlich flach für ca. 14km durch den „cloudforest“. Die Klamotten sind trotzdem ruckzuck durchgeschwitzt. Nach 14km wartet auf uns ein Bus, der uns nach Santa Teresa, der dritten Station, bringt. Der Guide hat uns das Angebot gemacht nach Santa Teresa zu laufen, was aber unverständlicherweise keine wahrgenommen hat.
Gegen nachmittag gings dann mit dem Bus zu den heißen Quellen. Endlich duschen und im heißen Wasser planschen. Sehr cool. Abends dann Lagerfeuer und zuviel Wein. Gegen 12h bin ich klugerweise dann doch ins Bett. So blieben mir noch 4h Schlaf bis zum Weckruf am nächsten Morgen.
Tag 4:
Heute hat sich die Gruppe aufgeteilt. Während ein Teil der Gruppe mit dem Bus zum Ziplining fuhr war der andere Teil der Gruppe nochmal Hiken. Aus irgendeinem Grund hatte ich mich vorher fürs Hiken entschieden. 6h, 18km, 1000 Höhenmeter und zur Belohnung danach noch 3h Stunden an den Bahngleisen entlang durch den peruanischen Dschungel nach Aguas Caliente, der Basisstation für Machu Picchu (wenn auch super weit weg und im Nebel gelegen). Achja, habe ich erwähnt, dass die Zipliner bis 8h schlafen konnten während die Hiker um 4:30h los sind?
Aber es hat sich gelohnt. Landschaftlich der mit Abstand schönste Hike der Tour und als Belohnung für die Schufterei ein erster Blick auf Machu Picchu vom Gipfel. Die 3km nach Aguas Calientes waren dann die Hölle. Unsere Gepäckträger hatten sich verabschiedet und so mussten wir für diese drei Kilometer unser Gepäck selber tragen. Junge, das war echt anstrengend. In Aguas Calientes sind wir dann im Hostal abgestiegen. Endlich wieder ein richtiges Bett. Herrlich.
Bilanz des 4 Tages: 18km, 1000 Höhenmeter und eine Blase am kleinen Fußzeh.
Auf dem mittlerem Bild sieht man bei ganz genauem Hinsehen Machu Picchu in der Mitte. Muss ich erwähnen, dass das Verbotsschild mich nicht davon abgehalten hat den Fußgängerweg zu meiden und stattdessen über die Gleise zu gehen?
5. Tag:
Aufstehen um, wie könnte es anders sein, 4:00h. Schließlich wollen wir ja die ersten sein, die Machu Picchu betreten. Um 4:30h treffen mit der Gruppe und los gehts. 30min lang laufen wir bis zum Haupttor. Im Dunkeln, mit der Stirnlampe an. Wie oben zu sehen haben die Inkas gedacht es wäre cool die Stadt mitten auf einem Berg zu bauen.
Für mich hieß das dann also gute 1800 (natürlich DIN-genormt, siehe links) Treppenstufen hoch zu steigen. Immer im Hinterkopf der erste Bus, der um 5:30h von Aguas Calientes losfährt. Wenn ich nach dem Bus da bin, war die ganze Lauferei für die Katz. Auf den letzten Metern höre ich dann doch tatsächlich den ersten Bus ankommen. Aber ich schaffe es wenige Sekunden bevor die Türen aufgehen in der Schlange zu stehen. Komplett Nassgeschwitzt aber glücklich wie das Bild unten beweist.
Machu Picchu ist echt beeindruckend. Nicht von den Gebäuden an sich sondern hauptsächlich die Lage auf dem Berg, die beiden Gipfel direkt nebendran und der Fluss welcher den Berg an drei Seiten umschließt. Ich glaube Bilder können das nicht wirklich wieder geben. Ich versuchs trotzdem mal:
Die letzten beiden Bilder habe ich vom Machu Picchu Mountain aus aufgenommen. In meinem Wahn bei der Buchung des Trips hatte ich auch diesen Mountain mitgebucht. Die Aussicht war überwältigend aber davor gings nochmal 2202 Treppenstufen (ich habe sie auf dem Rückweg gezählt) hoch. Leider gabs auch ein paar Verluste. Meine Sonnenbrille hat sich entschieden in Machu Picchu zu bleiben. Schade um das gute Stück.
Für mich hingegen gings um 21h mit dem Zug zurück Richtung Cusco. Mal wieder war ich so ziemlich der einzige, der nicht schlafen konnte. Dafür habe ich dieses witzige Bild machen können. Ein ganzes Abteil voll schlafender Gringos! 
Um 1:30h waren wir dann endlich wieder in Cusco. Eine Überraschung gabs noch, wir durften unsere Betten noch selber beziehen. Das war dann wirklich das Highlight. Alles in allem aber eine super Tour mit unvergesslichen Aussichten und Eindrücken.

















